Warum denn diese Frage? Es geht hier nicht um Persönlichkeitsfragen, sondern um eine Mengenbetrachtung.

Zahlenmässig sind die Leute, welche in der Informatik arbeiten zwar viele, nämlich rund eine Viertelmillion in der Schweiz! Aber ihr prozentualer Anteil beträgt je nach Quelle dennoch lediglich 5% bis 8% aller Werktätigen. Oder anders gesagt: Die meisten Leute arbeiten bei uns eben NICHT in der Informatik. Das hat Folgen.

Zum einen verunmöglicht der rasante technische Fortschritt den meisten Leuten, einen aktuellen Kenntnisstand in der Informatik zu (er)halten. Zum andern verlangt er von den Informatikern laufend volle Aufmerksamkeit, Fokussierung, Spezialisierung und Weiterbildung. Logisch, dass sich dadurch der «digitale Wissensgraben» stetig verbreitert und nicht schliesst.

Was heisst das? Einerseits werden Entscheide für das Management, welches durchschnittlich zu 95% auch aus Nicht-Informatikern besteht, immer schwieriger; die Abhängigkeit vom Urteil Dritter wird immer grösser.

Andrerseits sind Chef-Informatiker auf der Top-Ebene alleingelassen (sofern sie dort überhaupt vertreten sind). Ihnen fehlen Ansprechpartner, Koalitionspartner und es ist für sie schwierig, sich auf Top-Level durchzusetzen.

So betrachtet ist das eine „normale“ Entwicklung – aber sie ist dennoch nicht gut. Und sie ist uns oftmals zu wenig bewusst. Wir hoffen auf eine gute Verständigung, aber erleben oftmals Stress, Budgetüberschreitungen und Konflikte.

Das muss so nicht sein. Manchmal braucht es lediglich einen Tropfen Öl (ins Getriebe – nicht ins Feuer!). Über den «digitalen Wissensgraben» reicht lediglich ein Kommunikationskanal hinweg, es braucht nicht gleich eine Autobahnbrücke. So verstehe ich meine Aufgabe als IT-Coach und -Mediator: Informationskanäle zwischen den Profis auf beiden Seiten des «digitalen Wissensgrabens» herstellen. Damit 5% Informatiker zusammen mit 95% Nicht-Informatiker gemeinsam Schwung und Effizienz im immerwährenden unternehmerischen Wandel finden.

 

Autoren
Kurt Pauli
Kurt Pauli
Kurt Pauli: Stabile und sichere Lösungen entstehen in ruhiger und kollegialer Art

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